Per heißem Draht zur Monoform

Marjolein De Wilde ist Gastprofessorin für Produkte und Systeme an der Hochschule für Künste. Im Zwei-Wochen-Kurs vermittelte sie anschaulich erste Produktdesign-Grundlagen und legte den Schwerpunkt auf das Thema Formsprache.

Ziel unserer handwerklichen Übung zum Kurs war die Entwicklung einer Monoform aus zwei Formen mit unterschiedlichen Formeigenschaften. Ich wählte aus möglichen Formkombinationen die Verbindung aus Kreis- und Quadratscheibe und fertigte im ersten Schritt aus allen denkbaren Perspektiven Skizzen an.

 

Bezüglich der Verbindungsumsetzung entschied ich mich dafür, eine Art Folienüberspannung zu simulieren, die beiden Scheiben zu einem Körper verschmelzen lässt. Aus Styrodor schnitt ich mit dem heißen Draht passende Elemente zu. So entstand eine Form, die einer Fahrradlampe, einer Duschbrause oder einem Gießkannenkopf ähnelt.

Das Ergebnis stellte mich jedoch nicht zufrieden. Ich hatte nicht alle Außenkanten und -ecken der Formen miteinander verbunden, sondern nur beliebige Punkte. Weitere Verbindungen und damit auch mehr Körper zu schaffen, schien mir allerdings nicht zu einem interessanteren Ergebnis zu führen, sondern nur die Ausgangsformen weiter zu verdecken. Außerdem gefiel mir nicht, dass ich eigentlich nur die Kreisscheibe verändert hatte.

 

Um beide Objekte auf die gleichermaßen zu verändern, erhöhte ich nun – analog zum Kreis der zum Kegel wurde – das Quadrat zur Pyramide. Das Ergebnis offenbarte allerdings eine neue Inkonsequenz. Zwar war der Kreis als Ausgangsobjekt von unten weiterhin komplett zu erkennen, das Quadrat und der Kegel wuchsen nun jedoch ineinander, wodurch das Quadrat seine Grundform verlor.

Im nächsten Schritt sollten die Formen daher in beide Richtungen ineinanderwachsen und so die Ausgangsformen Kreis- und Quadratscheibe als Formgeber in sich bergen.

 

Und voilà! Geht doch. Für den richtigen Styrodor-Zuschnitt war allerdings mehr Mathe von Nöten als erwartet. Aber ich wurschtelte mich durch.  :-)

 

Um Übergänge, Fertigungstoleranzen und unterschiedliche Färbungen auszugleichen, verspachtelte ich die Objekte abschließend mit Leichtstrukturpaste.

 

Hier findet Ihr die ausführliche Dokumentation als PDF .

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