Integriertes WAS?

 

Roland Lambrette ist Professor für Temporäre Architektur, Innenräume und Ausstellungen. Gemeinsam mit Studenten des 3. Fachsemesters betreute er uns bei der Realisierung eines Ausstellungsbeitrages für die Hochschultage 2015 zum Thema Temporäre Architektur.

Für uns Kursteilnehmer bestand die Kernaufgabe darin, den Studiengang „Integriertes Design“ visuell darzustellen. Denn nur all zu oft konfrontieren uns Freunde, Verwandte oder Bekannte mit der Frage: „Du studierst Integriertes WAS? Nun sollten wir also den Besuchern der Hochschultage und potentiellen Bewerbern zeigen, wer an der HFK wie was womit integriert.

 

Jeder Teilnehmer entschied sich für einen von vier Fachbereichen im weiten ID-Spektrum, um diesen im Team zu visualisieren: Mode, Grafik, Produkt sowie Bild/Foto standen zur Auswahl.

Ich entschied mich für das Produktdesign.

 

Sofort flatterten erste Ideen für mögliche Umsetzungen durch den Raum. Diese waren jedoch, wie sich noch herausstellen sollte, auch nur von temporärer Natur. Denn am nächsten Tag kam alles anders. Ganz sooo einfach wollten unsere Lehrenden uns nicht davonkommen lassen.

Die Modegruppe sah während des gesamten Kurses nicht ein winziges Stück Stoff (beziehungsweise nur von Weitem). Denn ihnen wurde aufgetragen, ihr Projekt mit dem Medium Holz zu fertigen. Die Grafiker dagegen wurden in die Nähwerkstatt geschickt, um dort mit dem Material Stoff zu arbeiten. Meine Produktgruppe tummelte sich in der Radierung. Und die Bilder-Gruppe sammelte erste Erfahrung bei der Erstellung von Trickfilmen.

Jede Gruppe erhielt für die Visualisierung ihres Themas einen Würfel mit einer Kantenlänge von 1,5m x 1,5m. Dabei sollte ein fließender Übergang der Gestaltung der einzelnen Fachbereiche entstehen. Dafür standen kleinere Würfel parat.

 

Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen: Die Modegruppe entwarf einen Rock aus Holz. Kleine Dreiecke aus Furnierholz wurden mit dem Laser ausgelasert und mittels Nylon-Fäden beweglich zusammengesetzt.

 

Die Grafiker realisierten das Wort „Patchwork“, das den Studiengang treffend beschreibt, aus Stoffbahnen. Um das Wort zu lesen, musste der Betrachter eine bestimmte Perspektive einnehmen.

 

Wir Produktdesigner erschufen in einem aufwendigen Prozess aus Licht und Schatten einen Klassiker der Designgeschichte, in dem wir die Bialetti-Espresso- Kanne an eine Wand projizierten. Die schattengebenden Elemente waren mit Strukturen bedruckte Papiere, die wir zuvor in der Radierung erstellt hatten. Wir platzierten sie unsichtbar mit Nylon-Fäden millimetergenau, um die Kannenform möglichst realistisch wiederzugeben.

 

Die Bildgruppe erschuf in ihrem Würfel ein begehbares Kino, in dem man nicht nur ihrem Trickfilm mit passender Sounduntermalung ansehen konnte, sondern durch Spiegel selbst ein Teil von ihm wurde.

 

Die farbige Grundbeleuchtung im Flur-Segment erzeugte zudem eine einzigartige Lichtstimmung.

 

 

 

 

 

 

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